Das Gedenkjahr 2014

Das Gedenkjahr 2014

Das IFHA plante im Laufe des historischen Gedenkjahres 2014 ein Veranstaltungsprogramm (etwa Vortragsreihen, Konferenzen und wissenschaftliche Tagungen, Filmprojektionen, Ausstellungen). Unter der Jahreszahl 14 fielen verschiedene Ereignisse zusammen, wie etwa der Tod Karls des Großen (814), die Eröffnung des Konstanzer Konzils (1414), der Anfang des Wiener Kongresses (1814), und der Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914).

Dabei ging es den IFHA-ForscherInnen weniger darum, der konservativen Versuchung des reinen Gedenkens nachzugeben, als vielmehr diesen Jubiläenzyklus unter zwei verschiedenen wissenschaftlichen Blickwinkeln zu betrachten.

Zunächst sollten diese historischen Daten vom deutsch-französischen Standpunkt aus in Betracht genommen werden. Sie bilden tatsächlich Stufen und Zäsuren einer komplexen bilateralen Geschichte europäischer Dimension. Unter Karl dem Großen wurde ein Reich gebildet, in dem eine Synthese zwischen den römischen, christlichen und fränkischen Traditionen vollzogen wurde und die Teilung zwischen zwei Einflussbereichen, einem westlichen Teil und einem östlichen Teil, begann. Infolge der Schlacht bei Bouvines wurden im Jahre 1214 die Kräfteverhältnisse zwischen dem Frankenreich und dem Heiligen Römischen Reich neu definiert. Im Rahmen des Konstanzer Konzils wurden die Versammlungs-, Reform- und „Nationen“-Prinzipien in die europäische Kirchen- und Königtums-Geschichte eingeführt. 1814 trug der internationale Wiener Kongress gewaltaufgeladene Nationalismen in sich, die schließlich ein Jahrhundert später zur Katastrophe von 1914 führen sollten.

Darüber hinaus sollten diese Ereignisse und deren Instrumentalisierung innerhalb der nationalen Mythen und Diskurse unter einem kritischen historischen Blick analysiert werden. Dabei soll die Auseinandersetzung mit dem Begriff der „Gedenkfeier“ selbst, sowie mit deren gesellschaftlicher Nachfrage im Mittelpunkt dieser fachhistorischen Reflexionen stehen. Dazu kam schließlich, dass die Goethe Universität Frankfurt im selben Jahr ihr 100-jähriges Bestehen – 18. Oktober 1914/2014 – feierte.

 

Vorläufiges Programm zur Tagung 600 Jahre Konstanzer Konzil

 

1414-2014 : Le concile de Constance. Nouvelles approches, nouvelles méthodes. Un regard franco-allemand

Colloque organisé par l’IFHA,  Université Goethe de Francfort,  Vendredi 7 novembre 2014

Heribert Müller : Introduction

 

Communications de :

Thomas Martin Buck (Universität Freiburg) : « Mythos Richental? Ein multipler Text und seine Überlieferung »

Michel Decaluwé (Universität Freiburg) : « Das Konstanzer Konzil als intensivierter Handlungsraum : Möglichkeiten des Vergleichs mit anderen politischen Versammlungen ».

Johannes Helmrath (Humboldt-Universität Berlin) : « Konstanz, Basel, Hussiten und Redeschlachten ».

Hélène Millet (CNRS, Paris) : « Une prosopographie du Grand Schisme au concile de Constance ».

Malte Prietzel (Universität Paderborn) : « Les sermons au concile de Constance et leur rôle pour l'assemblée ».

Sebastian Provvidente (COICET, Argentine) : « La causa Hus entre plusieurs traditions académiques : conciliarisme, studia hussitica et procès du Moyen Age tardif »

Emilie Rosenblieh (université de Franche-Comté) : « Le pouvoir de dissoudre l'assemblée conciliaire (1417-1449). Remarques sur les sources et l'historiographie ».

 

Conclusions : Pierre Monnet

 

Vorläufiges Programm zur Tagung 800 Jahre Schlacht von Bouvines

 

1214-2014 : Bouvines, histoire et mémoire d’une bataille. Approches et comparaisons franco-allemandes

Colloque organisé par l’IFHA avec le soutien de l’Institut Historique Allemand de Paris, Université Goethe de Francfort, Vendredi 21 novembre 2014

 

Pierre Monnet : Introduction

Modérateurs et discutants : Martin Kintzinger (université de Münster), Rolf Grosse (DHI Paris), Claudia Zey (université de Zurich)

Une bataille

Xavier Hélary (Uni. Paris IV Sorbonne) : « Servir, régner : aspects politiques de la bataille de Bouvines dans le royaume de Philippe Auguste »

Dominique Barthélemy (Uni. Paris IV Sorbonne) : « Une bataille sans héros et sans gloire : de la nudité et de la cruauté de la guerre au Moyen Age ».

Un contexte

Elisabeth Lalou (Uni. Rouen) : « 1214-1314 : le ‘moment’ capétien »

Thomas Foerster (Det Norske Institut Rome) : « Eine Schlacht in ihrer europäischen Dimension“

Une signification

Hermann Kamp (Uni. Paderborn) « Vom militärischen Sieg zum politischen Erfolg : Bouvines zwischen Verhandlungen und Ritualen“

Malte Prietzel (Uni. Paderborn) : « Bouvines und die mittelalterliche Kriegsführung im 13. Jahrhundert »

Une mémoire

Jean-Marie Moeglin (Uni. Paris IV Sorbonne) : « La mémoire de Bouvines 1214-2014 : un enjeu franco-allemand ? ».

 

© Foto: Monumente Online