Projekt Frobenius

Projekt Frobenius

Das gesamte Programm finden Sie hier.

Zwischen 1904 und 1935 hat der bekannte deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) zwölf, teilweise mehrjährige Expeditionen nach Afrika unternommen. Als einer der frühesten Ethnographen „im Feld“ hat er nicht nur bedeutende Sammlungen ethnographischer Gegenständen für deutsche Völkerkundemuseen beschafft, für seine private Stiftung namens Afrika-Archiv – später Institut für Kulturmorphologie – hat er auch zahlreiche afrikanische Volksdichtungen aufgenommen, eine umfangreiche visuelle Dokumentation der bereisten Gebiete angelegt und eine weltweit einzigartige Sammlung von Felsbildkopien geschaffen. Während der Kolonialzeit zeugten diese Sammlungen vom Reichtum und der Vitalität der afrikanischen Kulturen. 

Mit seinen Schriften und Ausstellungen hat Frobenius maßgeblich dazu beigetragen, in Deutschland einen wissenschaftlichen Diskurs über Afrika zu begründen, darüber hinaus hat er u.a. die Dichter und Theoretiker der „Négritude“, wie etwa Leopold Sédar Senghor entscheidend beeinflusst. 

In Deutschland und Frankreich der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben sich wissenschaftliche Traditionen und institutionelle Kontexte zum Teil sehr unterschiedlich entwickelt. Gerade in der Ethnologie gibt es jedoch auch Verbindungslinien zwischen den jeweiligen nationalen Traditionen, die eine Untersuchung ihrer Verflechtungsgeschichte („histoire croisée“) lohnenswert erscheinen lassen. Verschiedene ethnologische Themenfelder haben sich in ihrer jeweiligen nationalen Ausprägung parallel, antagonistisch oder sich gegenseitig beeinflussend, im Sinne einer „histoire croisée“ entwickelt. Wie wurde ethnologisches Wissen in Deutschland, Frankreich und später auch über eine Rückspiegelung in afrikanischen Ländern generiert, verbreitet und rezipiert? Ein wichtiger Aspekt der Herausbildung der Ethnologie als Fach in Deutschland und Frankreich war das jeweilige Verhältnis zu den Nachbardisziplinen wie etwa zur Kunstgeschichte, zu den prähistorischen Wissenschaften, zur Kulturgeschichte oder zur Entdeckung und Anverwandlung afrikanischer Poesie. Verschiedene interdisziplinäre deutsch-französische Treffen waren zu diesen Themen geplant.

Eine Zusammenarbeit mit der Deutsch-Französischen Hochschule.

 

© Foto: https://frobenius2014.sciencesconf.org/

 


Ethnologie, Vorgeschichte und Ästhetik

Donnerstag, 12. März 2015 (Ganztägig) bis Freitag, 13. März 2015 (Ganztägig)
Deutsches Forum für Kunstgeschichte

Der interdisziplinäre Workshop befasst sich mit der Entstehung von Ethnologie und Urgeschichte als eigenständige und doch verbundene Disziplinen sowie mit der Wirkung ihrer Wissensbestände auf die jeweils zeitgenössische Kunst und Ästhetik. Dabei geht es im Wesentlichen um die ästhetischen Diskurse, welche durch die außereuropäische und prähistorische Kunst initiiert wurden. Etablierte, analytische Kategorien der Kunstgeschichte gerieten zu Beginn des 20.

 

Repräsentationen, Spuren, Bilder

Workshop, Campus Condorcet Paris-Aubervilliers, 13. November 2014

Von jungsteinzeitlichen Felsenmalereien zu spätmodernen Werken der Selbstdarstellungen

Im Rahmen des Campus Condorcet Projekts „Leo Frobenius (1873-1938): eine histoire croisée der Entstehung und Aneignung ethnologischen Wissens in Frankreich und Deutschland“, bildet dieser Workshop das Ende eines Zyklus aus zwei Kolloquien und einer Ausstellung zu diesem Thema, indem er eine Bedeutungsverschiebung zu den Formen der Selbstdarstellung in der Spätmoderne vornimmt.

 

Leo Frobenius und afrikanische Höhlenmalerei

Dienstag, 17. Juni 2014 - 19:00 bis Dienstag, 22. Juli 2014 - 20:00
Goethe-Institut Paris

Seit seiner ersten Expeditionen 1905 in den belgischen Kongo und den Westsudan war Leo Frobenius (1873-1938) auf der Suche der Urform kulturellen Lebens, jenen Spuren von Atlantis, die er in Afrika zu finden hoffte. Ab 1912, im Zuge seiner Entdeckungsreisen zum Herzen Afrikas, beauftragte er Maler damit, Kopien der Höhlenmalerei anzufertigen. Bis zu seinem Lebensende ließ Frobenius um die 5000 Gemälde erstellen, heute die bedeutendste Sammlung kopierter Felsmalerei in der ganzen Welt.

 

Leo Frobenius: eine „histoire croisée“ der Entstehung und Aneignung von ethnologischem Wissen in Deutschland und Frankreich

Dienstag, 18. Februar 2014 (Ganztägig) bis Mittwoch, 19. Februar 2014 (Ganztägig)
Goethe-Universität Frankfurt, Campus Westend, Casino, 1.811

Zwischen 1904 und 1935 hat der bekannte deutsche Ethnologe Leo Frobenius (1873-1938) zwölf, teilweise mehrjährige Expeditionen nach Afrika unternommen.