Bedingungen, Folgen und Repräsentationen des politischen Scheiterns in Mittelalter und Früher Neuzeit (11.–17. Jahrhundert)-NachwuchswissenschaftlerInnen Konferenz

Bedingungen, Folgen und Repräsentationen des politischen Scheiterns in Mittelalter und Früher Neuzeit (11.–17. Jahrhundert)-NachwuchswissenschaftlerInnen Konferenz

24.06.2021 - 09:00 bis 25.06.2021 - 18:00
Goethe Universität

 

Bedingungen, Folgen und Repräsentationen des politischen Scheiterns

in Mittelalter und Früher Neuzeit (11.–17. Jahrhundert)

 

In der großen Encyclopédie der französischen Aufklärer Diderot und d’Alembert wird für das Wort échec auf den negativen Ausgang eines Gesellschaftsspiels verwiesen.1 Untersucht man die Etymologie der deutschen Entsprechung „scheitern“, gelangt man in die seemännische Sprachwelt: Scheitern bezeichnet in diesem Zusammenhang das Zerschellen eines Schiffes in Holzstücke, die Holzscheite.2 Versucht man Scheitern im übertragenen Sinne auf menschliches Handeln anzuwenden, so ist damit im Deutschen zumeist der „Misserfolg“ gemeint, im Englischen fail/failure und miscarry/miscarriage. Darin wird ein „Mangel an persönlicher Kompetenz und Ausdauer bzw. […] ein Fehlverhalten“ artikuliert.3 Die Bedeutungsgehalte des Begriffes „Misserfolg“ lassen sich in der Moderne zuvorderst mit dem individuellen professionell-beruflichen und ökonomischen Scheitern verbinden.4 Jean Lacroix hat im Hinblick auf die Epoche der Frühen Neuzeit bereits vor einigen Jahrzehnten darauf hingewiesen, dass „Misserfolg/Scheitern“ allgemein das Nicht-Verwirklichen von Vorhaben meint.5 Man hat es demnach mit zwei zeitlichen Perspektiven zu tun: der Umsetzungsprozess; der Versuch, ein Ziel zu erreichen wird durch ein Ereignis unterbrochen, wobei Letzteres das Scheitern im eigentlichen Sinne markiert, das jedoch wiederum logisch mit dem Vorgeschehen verbunden ist. Scheitern ohne vorheriges intentionales Handeln erscheint nicht logisch. Scheitern kann folglich als ein multiperspektivisches anthropologisches Phänomen verstanden werden, dessen Untersuchung Historikern hohe Erkenntnispotentiale sowohl über Ideen, strukturelle Entwicklungen, einzelne Akteure als auch deren repräsentative Verdichtungen im besagten Momentum des Misserfolges erschließen kann.6 Die Geschichte des Scheiterns nicht intensiver als bisher zu erforschen, käme der Ausblendung eines Gutteils der historischen Vergangenheit gleich.

Caroline le Mao kommt in ihrem Beitrag über den Aufstand des Stadtparlaments von Bordeaux, die sogenannte Fronde bordelaise, auf eben jene doppelte Verständnisproblematik in Bezug auf das Scheitern zu sprechen:

L’échec, dans sa définition même, s’inscrit dans un certain rapport au temps. Comme le souligne Jean Lacroix, l’échec survient au terme d’un projet, qu’il vient conclure, au même titre que le succès. Il est donc, de prime abord, un moment circonscrit, a priori bref, une rupture, mais il est intrinsèquement lié à l’idée d’un processus se déroulant dans le temps. L’échec ne peut exister sans ce processus initial, de même qu’on ne peut concevoir la rupture sans la continuité.7

In der Geschichtswissenschaft findet das Scheitern als eigenes Thema bis heute erstaunlich wenig Beachtung. Die systematische Erforschung wird mit Schwerpunkt auf der Moderne beinahe ausschließlich von den Disziplinen der Sozialwissenschaft, Sozialpsychologie8, seltener auch der Sozialgeschichte, vorgenommen.9 Das Scheitern in der politischen Geschichte wurde zuvorderst anhand zeithistorischer Themen und Aspekte untersucht. Zu den wenigen Beiträgen für die Frühe Neuzeit können die Ergebnisse der von der Universität Paris-Est im Jahre 2008 organisierten Tagung „L’échec en politique“ gezählt werden, ferner der oben erwähnte Aufsatz Caroline Le Maos sowie, mit kulturhistorischem Fokus, der jüngst veröffentlichte Sammelband „Scheitern in der frühen Neuzeit“.10

Der offensichtliche Mangel an Publikationen zum Scheitern in der Vormoderne ist ungerechtfertigt. Es gäbe zahlreiche Entwicklungen und Ereignisse in Mittelalter, Früher Neuzeit sowie an der Nahtstelle zwischen beiden Epochen, die sich gezielt anhand des Phänomens „Scheitern“ untersuchen ließen. Man denke etwa an die großen ländlichen Aufstandsbewegungen in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Königreich Frankreich und England. Die Bauernerhebungen im Frankreich des Jahres 1358, auch als Jacquerie bezeichnet, verwüsteten weite Landstriche in der Île-de-France, der Champagne, Picardie und in Teilen der Normandie. Vor dem Hintergrund großen Leids durch Pest, den Hundertjährigen Krieg, Plünderungen und hohen Abgaben an den Adel lehnte sich die Landbevölkerung gegen die als ungerecht empfundene Feudalherrschaft auf und legte zahlreiche Herrensitze in Schutt und Asche – wenngleich das Königtum selbst nicht infrage gestellt wurde. Ebenfalls so radikal und ungewöhnlich in ihren Dimensionen wie die Aufstände in Frankreichs können die Erhebungen im Königreich England des Jahres 1381 angesehen werden, die sog. Peasants’ Revolt.11 Die Aufständischen forderten gar ein Ende der Grundherrschaft. Beide Aufstandsbewegungen haben gemein, dass sie auf besonders blutige Weise vom Adel niedergeschlagen wurden; in ihrem Scheitern offenbaren sich gleichermaßen Krisis und nachhaltige Befestigung der westeuropäischen Feudalherrschaft. Ähnlich misslungene Erhebungen mit weitreichenden Folgen gab es auch in der Mitte Europas. Besonders tiefgreifende, vor allem blutige Folgen zeitigte der Deutsche Bauernkrieg von 1524/25, der über den Bauernstand hinaus auf das städtische Milieu übergriff und von Peter Blickle treffend als Revolution des gemeinen Mannes bezeichnet worden ist.12

In enger Beziehung zum Scheitern in Spätmittelalter und Früher Neuzeit steht die Geschichte der Favoriten- oder Günstlingsstürze an den Fürstenhöfen. Die hierzu veröffentlichten Studien untersuchen allerdings zumeist nicht allein das Scheitern, sondern vielmehr einen Entwicklungsdreischritt der Favoritenlaufbahn bestehend aus Aufstieg, Machterhaltungsstrategien bzw. Monopolisierung des Zuganges zum Herrscher und dem finalen Fall oder dem wesentlich abrupteren, oftmals tödlich verlaufenden Sturz des Favoriten.13 Die Forschungen zum Favoritenwesen und zu den zugrundeliegenden Patronage-Klientel-Beziehungen zwischen Herrschern und Höflingen haben wertvolle Erkenntnisse zum Funktionieren von Kommunikation und Entscheidungsfindung am Hofe geliefert.

Dieses Kolloquium wird dem vormodernen Scheitern in der Sphäre des Politischen verpflichtet sein. „Politisch“ meint hier in einem weit gefassten Sinne alle möglichen Ereignisse, Akteure, soziale Gruppen, Handlungen, Entwicklungen und Prozesse, die eine essentielle Bedeutung für kollektive Ordnungssysteme zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert hatten. Das 11. Jahrhundert bietet sich insofern als ein zeitlicher Begrenzungspunkt an, da verschiedene sozial-religiöse Reformströmungen Kirche und Königreiche gleichermaßen erschütterten. Diese Bewegungen waren Träger christlicher Ideale, wurden jedoch gewaltsam niedergerungen und in den berichtenden Quellen verurteilt. Das Aufkommen der Reformbewegungen koinzidierte mit einer tiefgreifenden Reform der Hierarchie innerhalb der Kirche und ihrer politischen Kultur. Die zeitlichen Begrenzungen, die sich das Kolloquium setzt, decken eine Periode der Vormoderne ab, die noch weitgehend unberührt von den rationalen Ideen der Aufklärung und der philosophischen Abstraktion des Scheiterns der Moderne war. Stattdessen wird sich die Tagung stärker mit den vormodernen Lebenseinstellungen der historischen Zeitgenossen auseinandersetzen, nach denen Erfolg oder Misserfolg zuallererst als das Wirken Gottes in der irdischen Welt aufgefasst wurde. Der geographische Untersuchungsraum soll auf Europa begrenzt sein – und, sofern relevant, auf dessen kolonialen Raum. Als Beiträge böten sich Einzelfallstudien, insbesondere zum Scheitern von kollektiven politischen, sozialen und religiösen Reform- und Aufstandsbewegungen innerhalb des oben umrissenen Zeitraumes an. Aber auch das Scheitern einzelner Akteure, das mit erheblichen makrosozialen Auswirkungen verbunden sein konnte, soll keineswegs ausgeblendet werden: das Scheitern von gekrönten Häuptern, Höflingen und Diplomaten wird also gleichfalls interessieren.

 

 

 

Vier zentrale Reflexionsebenen, an denen sich die Beiträge der Interessenten orientieren können, seien hier inklusive einiger illustrativer Fallbeispiele als Anregung vorgeschlagen:

  1. Theorien des Scheiterns

In dieser Rubrik werden epistemologische Fragen im Vordergrund stehen: Wie lässt sich der Moment des Scheiterns für den Historiker erfassen und beschreiben? Welche Methoden könnten hilfreich sein? Welche Quellen können herangezogen werden und welche Quellengattungen eignen sich besonders für die Untersuchung des Phänomens Scheitern? Hierbei sollten die Fragen zu Analysemodus und Methodologie mit einer Diskussion um funktionale Definitionen von Scheitern in der Vormoderne verknüpft werden.

 

  1. Dynamiken des Scheiterns

Scheitern ohne intentionales Handeln schließt sich aus. Scheitern ist die Folge von Absichten, Ideen und Vorhaben, die über einen gewissen Zeitraum hinweg verfolgt und nicht oder in nur unzureichendem Maße verwirklicht werden; Scheitern steht damit am Ende eines potentiell rekonstruierbaren Prozesses, der sich im Moment des Scheiterns in verdichteter Form wiederspiegelt. Denkbare Fallbeispiele stellen initiierte, aber letztlich gescheiterte Aushandlungsprozesse dar. Eine Untersuchung wert könnte etwa der Bruch zwischen den Teilnehmern des Konzils von Basel und Papst Eugen IV. im Jahre 1439 sein.

 

  1. Konstruktionen des Scheiterns (in Text- und Bildquellen)

Hier wären detailliertere Quellenstudien erwünscht. Zu den wichtigen Arbeitsfragen zählen unter anderem, auf welche Weise über Scheitern berichtet und geschrieben wurde. Wie wurde dieses von den Quellenautoren rezipiert? Wurde es gedeutet, bewertet, verändert oder gar instrumentalisiert? Ein eindrücklicher Fall für eine solche Rezeption und Bewertung durch historische Quellen stellt die religiöse Bewegung der Patarini im 11. Jahrhundert dar. Mit dem Ziel die Kirche moralisch zu erneuern, übernahmen die Patarini für kurze Zeit die Macht in Mailand. Ihr Aufbegehren gegen die Missstände der Kirche wurde jedoch in Blut ertränkt. Das Scheitern der Patarini wird in den Quellen als göttliches Urteil zugunsten der etablierten Kircheneliten und gegen die Reformbewegung gewertet.14 Das Deuten von Scheitern als Gottesurteil bei gleichzeitiger Diabolisierung des ideologischen Gegners lässt sich an weiteren Fallbeispielen nachvollziehen. Die bereits erwähnten Erhebungen der Jacquerie und Peasants’ Revolt wurden von den Chronisten mit ähnlichen Wertungen belegt.15 Den Untergang der spanischen Armada im Jahre 1588 fassten die englischen und niederländischen Zeitgenossen gar als direkte Intervention Gottes zur Bewahrung des Protestantismus auf.16

 

  1. Wandlungen des Scheiterns in Erfolg

Markiert Scheitern immer das Ende eines Handlungsstranges in der Geschichte? Mit anderen Worten: sollte der Historiker seinen Blick allein auf den Moment des Misserfolges begrenzen? Müssten nicht auch die Folgeentwicklungen betrachtet werden, um das Scheitern besser kontextualisieren zu können? Politische, soziale und kulturelle Ordnungssysteme können sich ändern und mit ihnen auch die Betrachtungsmaßstäbe auf den zurückliegenden, vermeintlich so fatalen Moment. So könnte man Abdankungen von Herrschern in der Vormoderne zunächst als Scheitern einstufen. Die Abdankung Kaiser Karls V. vor dem Hintergrund der Anerkennung des lutherischen Protestantismus im Augsburger Religionsfrieden von 1555 ließe sich durchaus als Scheitern interpretieren.

Doch wie soll damit umgegangen werden, wenn der abdizierende Herrscher ein konkretes Ziel mit Blick auf seinen Thronerben verfolgte, die Abdankung also zugunsten seiner Nachkommen unbedingt verlangte. Vergessen wir an dieser Stelle nicht die körperlichen und seelischen Gebrechen des Habsburger Kaisers, die ihm das Regieren zunehmend erschwerten. Karls V. Abdankung ermöglichte die Inszenierung seines eigenen symbolischen Todes und damit eine legitime Niederlegung der Herrschaft. Nur auf diese Weise konnte eine erfolgreiche, allgemein akzeptierte Herrschaftsübertragung auf seinen Bruder Ferdinand im Reich sowie auf seinen Sohn Philipp in Spanien gewährleistet werden.17 Schuf Karl V. mit seiner Abdankung nicht geradezu erst die Voraussetzungen für das nachfolgende Jahrhundert habsburgischer Dominanz in Europa, 1555–1648/59?

Auch der Erlass des Edikts von Nantes 1598 durch den französischen König Heinrich IV. könnte man zunächst als Scheitern werten. Die Sicherheitsplätze der Hugenotten als Staat im Staate stellten nicht nur die Wiederherstellung der Glaubenseinheit sondern auch die Autorität des Königs innerhalb seines eigenen Landes in Frage. Doch aus der Retrospektive betrachtet, gewährte das Edikt von Nantes bis zu seiner Aufhebung durch Ludwig XIV. immerhin eine rechtsverbindliche Grundlage für das friedliche Zusammenleben der Konfessionen und hielt die meisten Hugenotten trotz aller Repressionen bis 1685 im Land. Somit wurden 1598 wichtige Voraussetzungen für den sozio-ökonomischen Aufstieg Frankreichs im 17. Jahrhundert gelegt.18

Ein vielleicht noch eindrücklicherer Fall einer Transformation von Scheitern in Erfolg lässt sich anhand der Stuart-Restauration in England beobachten. Die Inthronisierung Karls II. im Jahre 1660 lässt sich nicht ohne die vorangegangene Hinrichtung seines Vaters, König Karl I., durch die Parlamentarier um ihren Anführer Cromwell verstehen. Der Königsmord, ein unerhörtes Unrecht gegen die göttliche Ordnung auf Erden, legitimierte gerade die Herrschaft Karls II. als finalen Triumpf des Königtums. Dieser Triumpf wurde 1661, nach der Thronbesteigung Karls II., mittels einer postumen Exekution des bereits verstorbenen Königsmörders Cromwell am 12. Jahrestag der Hinrichtung Karls I. wirkungsvoll in Szene gesetzt.19

 

Aufgrund der absichtlich weit gefassten Definition des „politischen“ Scheiterns sind die folgenden Disziplinen allesamt an das Kolloquium anbindungsfähig:

-Politikgeschichte

-Diplomatiegeschichte/Geschichte der Außenbeziehungen

-Sozialgeschichte

-Kirchengeschichte

-Rechts- und Verfassungsgeschichte

Bewerbung

Diese Konferenz ist in einem deutsch-französischen Rahmen organisiert. Das betrachtete Gebiet ist in erster Linie Europa, mit einem Schwerpunkt auf diesen beiden Ländern, einschließlich. Vorträge zu anderen geografischen Bereichen sind jedoch ebenfalls möglich. Die Konferenzsprachen sind Französisch und Deutsch. Zumindest die passive Beherrschung dieser Sprachen wird ein entscheidender Vorteil sein, um die Debatten verfolgen zu können. Dies ist ein Konferenz für junge ForscherInnen. Es steht daher DoktorandInnen, jungen DoktorInnen und PostdoktorandInnen offen, mit der Möglichkeit, fortgeschrittene Master und Forscher (maîtres de conférences / DozentInnen) zu Beginn ihrer Karriere aufzunehmen.

Bewerbung: Um sich zu bewerben, senden Sie eine Antwort auf diese Call for Paper (Email-Adresse: jeifra2021@gmail.com) mit einem Titel, begleitet von einem Text von etwa einer Seite, in dem das betreffende Thema, die vorgesehene Methode und die verwendeten Quellen angegeben sind. Der Text kann in einer der drei Sprachen der Konferenz (Deutsch, Französisch, Englisch) eingereicht werden. Fügen Sie auch einen Lebenslauf bei. Die Beiträge sind 20 Minuten lang.

Deadline: 10. März 2021

Praktische Informationen

Organisiert wird die Konferenz vom Deutsch-Französischen Institut für Geschichts- und Sozialwissenschaften in Frankfurt. Sie findet am 24. und 25. Juni 2021 an der Goethe-Universität Frankfurt statt. Die Unterbringung und Anreise sowie die Verpflegung während des Symposiums werden von den organisierenden Institutionen übernommen.

Bibliographie

Theoretische Betrachtungen zum Scheitern

  • Abélès, Marc: L’échec en politique, (L’Art de ne pas), Belval [Vosges], Circé, 2005.

  • Bock, Fabienne/Geneviève Bührer-Thierry/Stéphanie Alexandre: L’échec en politique, objet d’histoire: actes du colloque [tenu] à l’Université Paris Est, 26–27 mai 2005, Paris, L’Harmattan, 2008.

  • Brakensiek, Stefan (Hrsg.): Fiasko – Scheitern in der Frühen Neuzeit. Beiträge zur Kulturgeschichte des Misserfolgs, Bielefeld, Transcript, 2015, online unter: Fiasko - Scheitern in der Frühen Neuzeit | Histoire (uni-heidelberg.de), (19.01.2021).

  • Delmas, Corinne: « Marc Abélès, L’échec en politique. Belval, Circé, 2005, 121 p. (« L’Art de ne pas »), in: L’Homme. Revue française d’anthropologie 183 (2007), S. 232f.

  • Gotto, Bernhard/Anna Ulrich (Hrsg.): Hoffen – Scheitern – Weiterleben. Enttäuschung als historische Erfahrung in Deutschland im 20. Jahrhundert, (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Bd. 125), Berlin/Boston, De Gruyter Oldenbourg, 2021.

  • Figeac, Michel: Les magistrats et le pouvoir sous l’Ancien Régime ou le syndrome de l’échec en politique, in: Histoire, Économie et Société, 25/3 (2006), S. 307–310.

  • Junge, Matthias/Götz Lechner (Hrsg.): Scheitern. Aspekte eines sozialen Phänomens, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 2004.

  • Lacroix, Jean: L’échec, Paris, Presses universitaires de France, 1964.

  • Le Mao, Caroline: L’échec, le temps et l’histoire: réflexions autour de la Fronde parlementaire bordelaise, in: Histoire, économie, société, 25e année 3 (2006), S. 311–334.

  • René, John/Antonia Langhof (Hrsg.): Scheitern – Ein Desiderat der Moderne, Wiesbaden, Springer, 2014, online: Scheitern - Ein Desiderat der Moderne? | SpringerLink, (19.01.2021).

  • Zahlmann, Stefan (Hrsg.): Scheitern und Biographie. Die andere Seite moderner Lebensgeschichten, Gießen, Psychozozial.-Verlag, 2005.

Historische Fallstudien

  • Blickle, Peter: Die Revolution von 1525, München, Oldenbourg, 42004.

  • Bulst, Neithard: „Jacquerie“ und „Peasants’ Revolt“ in der französischen und englischen Chronistik, in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im späten Mittelalter (1987), S. 791–819, online:Anzeige von >Jacquerie< und >Peasants' Revolt< in der französischen und englischen Chronistik (uni-heidelberg.de), (20.01.2021).

  • Cottret, Bernard: Le siècle de l’édit de Nantes. Catholiques et protestants à l’âge classique, Paris, CNRS Éditions, 2018.

  • Elliott, John/L. Brockliss (Hrsg.): The World of the Favourite, New Haven, Conn. et al., Yale University Press, 1999.

  • Golinelli, Paolo: Pataria (Milano), in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6., Sp. 1776f., online: BREPOLiS: LexMA / IEMA (uni-heidelberg.de), (22.01.2021).

  • Hirschbiegel, Jan (Hrsg.): Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, (Residenzforschung, Bd. 17), Ostfildern, Thorbecke, 2004.

  • Le Roux, Nicolas: La faveur du roi. Mignons et courtisans au temps des derniers Valois, Seyssel, Champ Vallon, 2000.

  • Richter, Susan/Dirk Dirbach (Hrsg.): Thronverzicht. Die Abdankung in Monarchien vom Mittelalter bis in die Neuzeit, Köln/Weimar/Wien, Böhlau, 2010.

  • Thompson E. P., « The Moral Economy of the English Crowd in the Eighteenth Century», Past & Present, vol. 50, no 1, 1 Février 1971, pp. 76‑136.

 

 

 

 

1 Der Artikel zu „échec“ der Encyclopédie ist online einsehbar unter: http://enccre.academie-sciences.fr/encyclopedie/article/v5-516-0/, aufgerufen (19.01.2021).

2Brakensiek, Stefan (Hrsg.): Fiasko – Scheitern in der Frühen Neuzeit. Beiträge zur Kulturgeschichte des Misserfolgs, Bielefeld, Transcript, 2015, S. 8, online unter: Fiasko - Scheitern in der Frühen Neuzeit | Histoire (uni-heidelberg.de), (19.01.2021).

3 Ebd., S. 9.

4 Zu den hier geäußerten Assoziationen in Bezug auf „Misserfolg“ beachte die Ausführungen im Duden, online unter: https://www.duden.de/rechtschreibung/Misserfolg, (19.01.2021).

5 „Ne pas atteindre les buts poursuivis, c’est essuyer des échecs“, in: Lacroix, Jean: L’échec, Paris, Presses universitaires de France, 1964, S. 5.

6Abélès, Marc: L’échec en politique, (L’Art de ne pas), Belval [Vosges], Circé, 2005 ; siehe hierzu die Rezension Delmas, Corinne: « Marc Abélès, L’échec en politique. Belval, Circé, 2005, 121 p. (« L’Art de ne pas »), in: L’Homme. Revue française d’anthropologie 183 (2007), S. 232f.

7Le Mao, Caroline: L’échec, le temps et l’histoire: réflexions autour de la Fronde parlementaire bordelaise, in: Histoire, Économie, Société, 25/3 (2006), S. 311–334.

8 Nur skizzenhaft hierzu Junge, Matthias/Götz Lechner (Hrsg.): Scheitern. Aspekte eines sozialen Phänomens, Wiesbaden, Verlag für Sozialwissenschaften, 2004; auf den Untersuchungen Junges aufbauend, René, John/Antonia Langhof (Hrsg.): Scheitern – Ein Desiderat der Moderne, Wiesbaden, Springer, 2014, vor allem die Einführung zur soziologischen Theoretisierung von Scheitern, S. 1–7, online: Scheitern - Ein Desiderat der Moderne? | SpringerLink, (19.01.2021).

9 Beachte die interdisziplinären Beiträge in Zahlmann, Stefan (Hrsg.): Scheitern und Biographie. Die andere Seite moderner Lebensgeschichten, Gießen, Psychozozial.-Verlag, 2005; zum Scheitern mit zeithistorischem Schwerpunkt auf Deutschland nach dem 1. Weltkrieg, insbesondere der bundesrepublikanischen Sozialgeschichte, ist jüngst erschienen Gotto, Bernhard/Anna Ulrich (Hrsg.): Hoffen – Scheitern – Weiterleben. Enttäuschung als historische Erfahrung in Deutschland im 20. Jahrhundert, (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte, Bd. 125), Berlin/Boston, De Gruyter Oldenbourg, 2021.

10 Siehe oben Anm. 2; Bock, Fabienne/Geneviève Bührer-Thierry/Stéphanie Alexandre: L’échec en politique, objet d’histoire: actes du colloque [tenu] à l’Université Paris Est, 26–27 mai 2005, Paris, L’Harmattan, 2008.

11 Zu beiden Aufständen beachte die Vergleichsstudie zur Quellenüberlieferung bei Bulst, Neithard: „Jacquerie“ und „Peasants’ Revolt“ in der französischen und englischen Chronistik, in: Geschichtsschreibung und Geschichtsbewusstsein im späten Mittelalter (1987), S. 791–819, online: Anzeige von >Jacquerie< und >Peasants' Revolt< in der französischen und englischen Chronistik (uni-heidelberg.de), (20.01.2021).

12Blickle, Peter: Die Revolution von 1525, München, Oldenbourg, 42004, hier S. 195.

13 Hier nur eine Auswahl Elliott, John/L. Brockliss (Hrsg.): The World of the Favourite, New Haven, Conn. et al., Yale University Press, 1999; Le Roux, Nicolas: La faveur du roi. Mignons et courtisans au temps des derniers Valois, Seyssel, Champ Vallon, 2000; Hirschbiegel, Jan (Hrsg.): Der Fall des Günstlings. Hofparteien in Europa vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, (Residenzforschung, Bd. 17), Ostfildern, Thorbecke, 2004.

14Golinelli, Paolo: Pataria (Milano), in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 6., Sp. 1776f., online: BREPOLiS: LexMA / IEMA (uni-heidelberg.de), (22.01.2021).

15 Siehe Anm. 11.

16 In England und den Vereinigten Provinzen wurden anlässlich des Unterganges der Armada mehrere Serien von Medaillen geprägt. Die Inschriften spielen auf den Untergang zahlreicher spanischer Schiffe durch Stürme im Atlantik an, indem ein alttestamentarischer Bibelvers aufgegriffen wird. Die Unwetter werden als Intervention Gottes aufseiten der englisch-niederländischen Protestanten und als strafendes Urteil gegen den spanischen Katholizismus gewertet: Flavit Jehova et dissipati sunt, geprägt im Jahre 1588 von Gerard Bylaer, Medaillensammlung Tylers Museum, Haarlem, online: Coins and Medals — Teylers Museum, (21.01.2021).

17 Der Vergleich der Abdankungszeremonien Kaiser Karls V. und König Johann Casimirs von Polen mit Inhalten und Systematik von Fürstentestamenten bei Richter, Susan: Zeremonieller Schlusspunkt. Die Abdankung als Herrschertod, in: Thronverzicht. Die Abdankung in Monarchien vom Mittelalter bis in die Neuzeit, hrsg. v. Susan Richter/Dirk Dirbach, Köln/Weimar/Wien, Böhlau, 2010, S. 75–94.

18 Beachte hierzu jüngst erschienen Cottret, Bernard: Le siècle de l’édit de Nantes. Catholiques et protestants à l’âge classique, Paris, CNRS Éditions, 2018.

19 Zur Stuart-Restauration Miller, John: Charles II, London, Weidenfeld and Nicolson, 1991; Harris, Tim: Politics under the later Stuarts: party conflict in a divided society, 1660–1715, London et al., Longman, 1993.