Podiumsdiskussion mit Olivier Mannoni, Prof. Dr. Christoph Cornelißen und Prof. Dr. Robert Lukenda
Zehn Jahre lang übersetzte Olivier Mannoni Hitlers »Mein Kampf« für eine kritisch-wissenschaftliche Edition ins Französische. Was macht es mit einem Menschen, sich jahrelang in die Tiefen von Hitlers Sprache zu versenken? Angesichts einer politischen Realität, in der rechtspopulistische Parteien an der Macht sind, demagogische Reden ein Comeback erleben und nationalsozialistisches Vokabular in unseren Alltag zurückkehrt, sensibilisiert und warnt Mannoni vor dem Verführungspotenzial sprachlich irreführender Überfrachtungen und dem damit einhergehenden suggestiven Kalkül. Sein Buch »Hitler übersetzen. Über die Sprache des Faschismus und ihre unheilvolle Wirkmacht« reflektiert Mannonis Beschäftigung mit dem Text. Es erschien 2025 im Verlag HarperCollins.
OLIVIER MANNONI (Campan, Frankreich) ist Literaturkritiker und Übersetzer von belletristischen, philosophischen und soziologischen Texten aus dem Deutschen ins Französische. 2018 erhielt er dafür den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis.
PROF. DR. CHRISTOPH CORNELIẞEN ist Professor für Neueste Geschichte an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Forschungsschwerpunkte: Historiographiegeschichte, Geschichte von Erinnerungskulturen, Geschichte Europas.
PROF. DR. ROBERT LUKENDA ist Vertretungsprofessor für französische und italienische Literaturwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist studierter Übersetzungswissenschaftler und forscht u.a. zu übersetzungsgeschichtlichen Themen im romantischen Kontext.
Öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Forschungskolloquiums zur Neueren und Neuesten Geschichte, »Probleme der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts«, Prof. Dr. Christoph Cornelißen und Prof. Dr. Andreas Fahrmeir, im Wintersemester 2025/26.
Veranstalter: Historisches Seminar an der Goethe-Universität Frankfurt am Main zusammen mit der Vertretungsprofessur für französische und italienische Literaturwissenschaft und dem IFRA-SHS, mit Unterstützung des Fritz Bauer Instituts.