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Opening Event | LOEWE-Zentrum "Dynamiken des Religiösen"

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Ort
Hörsaalzentrum (HZ 5), Goethe-Universität, Campus Westend

 

Religionen prägen Gesellschaften bis heute. Sie verbinden Menschen, stiften Identität und Orientierung, können aber auch Konflikte hervorbringen und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse beeinflussen. Besonders sichtbar wird dies dort, wo unterschiedliche religiöse Traditionen aufeinandertreffen oder in Nachbarschaft miteinander existieren.

Das LOEWE-Zentrum „Dynamiken des Religiösen“ (DynaRel) untersucht die Beziehungen zwischen Judentum, Christentum und Islam in Geschichte und Gegenwart. Im Mittelpunkt steht das Konzept der „ambivalenten Nachbarschaften“: Religiöse Gemeinschaften stehen in vielfältigen Beziehungen zueinander, die von Austausch, Kooperation und gegenseitiger Beeinflussung ebenso geprägt sein können wie von Konkurrenz, Abgrenzung oder Konflikt.

In dem interdisziplinären und interreligiösen Forschungsverbund arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Philipps-Universität Marburg und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gemeinsam daran, diese Dynamiken zu erforschen. Ziel ist es, neue wissenschaftliche Perspektiven auf religiöse Vielfalt und Differenz zu entwickeln und Erkenntnisse für aktuelle gesellschaftliche Debatten nutzbar zu machen. Dabei verbindet DynaRel Grundlagenforschung mit einem engen Austausch mit Akteurinnen und Akteuren aus Bildung, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft.

Mit der Auftaktveranstaltung stellt sich das Zentrum erstmals einer breiteren Öffentlichkeit vor und gibt Einblicke in sein Forschungsprogramm, seine zentralen Fragestellungen und seine Perspektiven für Wissenschaft und Gesellschaft.

Der Forschungsverbund „Dynamiken des Religiösen“ wird – zunächst von 2026 bis 2029 – durch das Land Hessen im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms LOEWE gefördert.

Anhang-Event

Live Übertragung | Marc Bloch Pantheonisierung

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Ort
Goethe-Universität - Hörsaalzentrum Raum HZ 11

 

Am Dienstag, dem 23. Juni 2026, wird im Raum HZ 11 des Hörsaalzentrums die Zeremonie zur Pantheonisierung von Marc Bloch live übertragen.
 

panthéon

 

Lesekreis Marc Bloch mit Pierre Monnet | Pour une histoire comparée des sociétés européennes

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Ort
IFRA-SHS

 

In dieser Sitzung des Marc Bloch Lesekreises, an der Pierre Monnet teilnimmt, werden wir uns mit Marc Blochs Plädoyer für eine „vergleichende Geschichte der europäischen Gesellschaften“ befassen. Der Text wurde erstmals 1928 in Form einer programmatischen Rede auf dem VI. Internationalen Kongress für Geschichtswissenschaften gehalten, der vom 14. bis 18. August in Oslo stattfand, und wurde anschließend mehrfach veröffentlicht.

Literaturverzeichnis:

  •  Marc Bloc, "Pour une histoire comparée des sociétés européennes", dans Mélanges historiques, Paris, Sevpen, 1963, vol. 1, p. 16-40 [rééd. Paris, CNRS Éditions, 2011].

Vortrag von Pierre Monnet : "Marc Bloch (1896-1944) et l'Allemagne

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Ort
Goethe-Universität – Hörsaalzentrum

 

Affiche conférence Pierre Monnet sur Marc Bloch

 

In Kooperation mit der  Deutsch-Französische Gesellschaft, l’IFRA-SHS / Institut Français Frankfurt, im Rahmen der Pantheonisierung von Marc Bloch einen Vortrag des Professors Pierre Monnet anzubieten

 

Der Historiker Marc Bloch wird am 23. Juni 2026 ins Panthéon aufgenommen. Seine Pantheonisierung war von Emmanuel Macron angekündigt worden, um seine „Kühnheit der Worte und Ideen, die sich mit physischem Mut verband“, sowie seinen „französischen Willen bis zu seinem letzten Atemzug, bis zur Ermordung durch die Gestapo“ zu würdigen. Er verband die Achtung vor dem akademischen Deutschland mit dem Kampf gegen den Nationalsozialismus. Ihm zu Ehren wurde 1992 das Centre Marc Bloch in Berlin gegründet, ein deutsch-französisches Forschungszentrum mit mehr als 100 Mitarbeitenden.

Aus einer elsässisch-jüdischen Familie stammend, war Marc Bloch von 1919 bis 1936 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Straßburg und anschließend an der Sorbonne University tätig. Er erneuerte die historische Forschung grundlegend, indem er sie auf Soziologie, Geographie, Psychologie und Ökonomie ausweitete, wie die Gründung der Zeitschrift Les Annales im Jahr 1929 zeigt. Als Hauptmann und Träger des Croix de guerre im Ersten Weltkrieg meldete er sich 1939 erneut freiwillig zum Militärdienst und schloss sich um 1942/1943 der Résistance an. Der Autor von L’Étrange Défaite, geschrieben 1940 und nach dem Krieg veröffentlicht, wurde am 8. März 1944 verhaftet, im Gefängnis Montluc in Lyon inhaftiert und gefoltert und schließlich am 16. Juni gemeinsam mit 29 Kameraden erschossen.

Als hervorragender Kenner der deutschen Geschichte, der selbst zwei Semester an deutschen Universitäten verbracht hatte und ein bedeutender Vermittler der deutschen Geschichtsschreibung in Frankreich war, unterhielt Marc Bloch über die Jahre hinweg ein komplexes Verhältnis zu Deutschland und seinen Historikern – bis zu seinem tragischen Ende im Jahr 1944.

 

Pierre Monnet, geboren 1963, ist ehemaliger Student der École Normale Supérieure (Ulm, 1984–1988) und absolvierte 1987 die Agrégation im Fach Geschichte. Nach seiner Dissertation an der EHESS im Jahr 1994 wurde er Maître de conférences an der Universität Burgund (1994–1996). 1996 wechselte er zur Französischen Historischen Mission in Deutschland in Göttingen, deren Leitung er von 1999 bis 2003 innehatte. Nach seiner Habilitation im Jahr 2003 wurde er Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines und 2005 Directeur d’études an der EHESS. Von 2007 bis 2011 war er zunächst Vizepräsident und anschließend Präsident der Deutsch-Französische Hochschule in Saarbrücken. Von 2011 bis 2022 leitete er das Deutsch-Französische Institut für Geschichts- und Sozialwissenschaften in Frankfurt am Main. Seit seiner vollständigen Rückkehr an die EHESS leitet er dort seit 2022 die Doktorandenschule.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte der Städte und urbanen Gesellschaften des Mittelalters, insbesondere im Raum des Heiligen Römischen Reiches; auf Prozessen von Erinnerung und sozialer Distinktion im Mittelalter; auf der Globalgeschichte des Spätmittelalters; auf vergleichenden politischen Strukturen zwischen Frankreich, dem Reich und Böhmen am Ende des Mittelalters; sowie auf historiographischen Transfers zwischen Frankreich und Deutschland.

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen: Les Rohrbach de Francfort. Pouvoirs, affaires et parenté à l’aube de la Renaissance (Genf, Droz, 1997); Villes d’Allemagne au Moyen Âge (Paris, Picard, 2004); Bouvines 1214-2014: Histoire et mémoire d’une bataille / Eine Schlacht zwischen Geschichte und Erinnerung. Approches et comparaisons franco-allemandes / Deutsch-französische Ansätze und Vergleiche (Bochum, Winkler Verlag, 2016); sowie Charles IV. Un empereur en Europe (Paris, Fayard, 2020), ausgezeichnet mit dem Europäischen Geschichtsbuchpreis 2021 und dem Prix Gobert der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres 2021. Das Werk erschien außerdem in deutscher Übersetzung unter dem Titel Karl IV. Der europäische Kaiser (Darmstadt, WBG, 2021) sowie in tschechischer Übersetzung als Karel IV. Evropský císař (Prag, Karls-Universität, 2023).

 

Praktische Hinweise Der Vortrag wird auf Französisch gehalten und nicht übersetzt. Das Grußwort von der Prof. Dr. Sita Steckel erfolgt hingegen auf Deutsch.