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Lesekreis Marc Bloch - Marc Bloch und die Die wundertätigen Könige (1924)

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Ort
IFRA-SHS

 

Im Verlauf dieser Sitzung werden wir gemeinsam zwei Kapitel aus Die wundertätigen Könige besprechen, nämlich „Die Berührung der Skrofeln“ sowie „Der Niedergang und das Ende des Berührungsrituals“. Darüber hinaus werden wir uns auf das Vorwort von Jacques Le Goff stützen, um das intellektuelle Projekt von Marc Bloch im Allgemeinen zu verstehen.

Mit Rosenkranz & Schabmadonna. Religiöse Alltagsbegleiter der Neuzeit im Dialog Ausstellung im Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt

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Ort
IG 3.414

ausstellung

12. Mai bis 31. Juli 2026

Die Ausstellung mit „Rosenkranz & Schabmadonna“ nimmt ein modernes und weltanschaulich neutrales Kunstobjekt, Eva Ulms weltliche hausapotheke (ab 2018), zum Anlass, um auf kleinformatige und mit der persönlichen Lebenswelt verschränkbare religionsbezogene Objekte zu blicken:

Eva Ulms weltliche hausapotheke findet ihre Inspiration in sogenannten „Geistlichen Hausapotheken“, wie sie bis ins 20. Jahrhundert im christlichen Europa verbreitet waren: Ohne feste Regeln zusammengestellt, beinhalteten sie religiöse und religionsinspirierte Gegenstände, von denen man sich Linderung bei körperlichen, aber auch seelischen Leiden versprach. 

Die Ausstellung greift die historischen Bezüge der weltlichen hausapotheke auf und entwickelt angrenzende Themen. Heute unvertraute Objekte wie Schabmadonnen und Schluckbilder kommen ebenso in den Blick wie das bis in die Popkultur verbreitete und doch in seiner Geschichte hoch politische flammende Herz Jesu. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden christliche Objekte der europäischen Neuzeit.

Die Vernissage in Anwesenheit der Künstlerin findet am 12. Mai 2026 um 17:00 Uhr im Historischen Seminar statt. Treffpunkt ist IG 3.414.

Weitere Informationen zur Ausstellung entnehmen Sie bitte dem Flyer im Anhang bzw. der Website.

Mit Rosenkranz & Schabmadonna. Religiöse Alltagsbegleiter der Neuzeit im Dialog. Ausstellung im Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, IG-Farben-Gebäude, 3. OG, Q 4 und Q5 sowie in der Studienlounge (IGF 4.451),12. Mai bis 31. Juli 2026.

Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Birgit Emich, Prof. Dr. Xenia von Tippelskirch

Kuratorin: Louise Zbiranski

Ausrichter, Förderer und Partner: Schnittstelle Religion, Dynamiken des Religiösen, DFG-Kollegforschungsgruppe „Polyzentrik und Pluralität vormoderner Christentümer“, Historisches Seminar der Goethe-Universität Frankfurt, Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales

 

Indifference : Religious Boundaries in Question 1650-1750

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The conference examines the changing meanings of religous indifference  in early modern Europe, tracing its role in both religious life and  the production of knowledge on religions. While authorities often   condemned indifference as spiritual laxity or confessional  disengagement, emerging intellectual and media cultures increasingly valued forms of impartiality, disinterest, and independence from prejudice. By approaching indifference as a social and epistemic practice rather than solely an intellectual concept, the event brings together interdisciplinary perspectives from the histories of religion and knowledge. Particular attention is given to questions of religious tolerance, objectivity and relativism, changing understandings of adiaphora, and the complex interplay between indifference and the reinforcement or erosion of social and confessional boundaries.

Vortrag von Pierre Monnet : "Marc Bloch (1896-1944) und Deutschland

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Ort
Goethe-Universität – Hörsaalzentrum

Der Historiker Marc Bloch wird am 23. Juni 2026 ins Panthéon aufgenommen. Seine Pantheonisierung war von Emmanuel Macron angekündigt worden, um seine „Kühnheit der Worte und Ideen, die sich mit physischem Mut verband“, sowie seinen „französischen Willen bis zu seinem letzten Atemzug, bis zur Ermordung durch die Gestapo“ zu würdigen. Er verband die Achtung vor dem akademischen Deutschland mit dem Kampf gegen den Nationalsozialismus. Ihm zu Ehren wurde 1992 das Centre Marc Bloch in Berlin gegründet, ein deutsch-französisches Forschungszentrum mit mehr als 100 Mitarbeitenden.

Aus einer elsässisch-jüdischen Familie stammend, war Marc Bloch von 1919 bis 1936 Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Straßburg und anschließend an der Sorbonne University tätig. Er erneuerte die historische Forschung grundlegend, indem er sie auf Soziologie, Geographie, Psychologie und Ökonomie ausweitete, wie die Gründung der Zeitschrift Les Annales im Jahr 1929 zeigt. Als Hauptmann und Träger des Croix de guerre im Ersten Weltkrieg meldete er sich 1939 erneut freiwillig zum Militärdienst und schloss sich um 1942/1943 der Résistance an. Der Autor von L’Étrange Défaite, geschrieben 1940 und nach dem Krieg veröffentlicht, wurde am 8. März 1944 verhaftet, im Gefängnis Montluc in Lyon inhaftiert und gefoltert und schließlich am 16. Juni gemeinsam mit 29 Kameraden erschossen.

Als hervorragender Kenner der deutschen Geschichte, der selbst zwei Semester an deutschen Universitäten verbracht hatte und ein bedeutender Vermittler der deutschen Geschichtsschreibung in Frankreich war, unterhielt Marc Bloch über die Jahre hinweg ein komplexes Verhältnis zu Deutschland und seinen Historikern – bis zu seinem tragischen Ende im Jahr 1944.

 

Pierre Monnet, geboren 1963, ist ehemaliger Student der École Normale Supérieure (Ulm, 1984–1988) und absolvierte 1987 die Agrégation im Fach Geschichte. Nach seiner Dissertation an der EHESS im Jahr 1994 wurde er Maître de conférences an der Universität Burgund (1994–1996). 1996 wechselte er zur Französischen Historischen Mission in Deutschland in Göttingen, deren Leitung er von 1999 bis 2003 innehatte. Nach seiner Habilitation im Jahr 2003 wurde er Professor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Versailles Saint-Quentin-en-Yvelines und 2005 Directeur d’études an der EHESS. Von 2007 bis 2011 war er zunächst Vizepräsident und anschließend Präsident der Deutsch-Französische Hochschule in Saarbrücken. Von 2011 bis 2022 leitete er das Deutsch-Französische Institut für Geschichts- und Sozialwissenschaften in Frankfurt am Main. Seit seiner vollständigen Rückkehr an die EHESS leitet er dort seit 2022 die Doktorandenschule.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Geschichte der Städte und urbanen Gesellschaften des Mittelalters, insbesondere im Raum des Heiligen Römischen Reiches; auf Prozessen von Erinnerung und sozialer Distinktion im Mittelalter; auf der Globalgeschichte des Spätmittelalters; auf vergleichenden politischen Strukturen zwischen Frankreich, dem Reich und Böhmen am Ende des Mittelalters; sowie auf historiographischen Transfers zwischen Frankreich und Deutschland.

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen: Les Rohrbach de Francfort. Pouvoirs, affaires et parenté à l’aube de la Renaissance (Genf, Droz, 1997); Villes d’Allemagne au Moyen Âge (Paris, Picard, 2004); Bouvines 1214-2014: Histoire et mémoire d’une bataille / Eine Schlacht zwischen Geschichte und Erinnerung. Approches et comparaisons franco-allemandes / Deutsch-französische Ansätze und Vergleiche (Bochum, Winkler Verlag, 2016); sowie Charles IV. Un empereur en Europe (Paris, Fayard, 2020), ausgezeichnet mit dem Europäischen Geschichtsbuchpreis 2021 und dem Prix Gobert der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres 2021. Das Werk erschien außerdem in deutscher Übersetzung unter dem Titel Karl IV. Der europäische Kaiser (Darmstadt, WBG, 2021) sowie in tschechischer Übersetzung als Karel IV. Evropský císař (Prag, Karls-Universität, 2023).