WISSENSCHAFTLICHE LEITUNG
Léna Pican (EHESS / IFRA-SHS) und Prof. Dr. Mechthild Fend (Goethe-Universität Frankfurt)
THEMENBESCHREIBUNG
Diese deutsch-französische Tagung schlägt vor, die Geschichte der Physiognomik zwischen 1750 und 1850 neu zu untersuchen, ausgehend von Johann Caspar Lavaters Physiognomischen Fragmenten (1775–1778), zurückgehend bis zu ihren französischen Vorläufern und ihre vielfältigen Aneignungen im Verlauf des 19. Jahrhunderts verfolgend. Es geht darum, die Physiognomik nicht als historisch homogenen Gegenstand zu befragen, sondern als eine Technik des Blicks, die je nach disziplinärem, nationalem und politischem Kontext unterschiedlich eingesetzt wird — von den Entstehungsbedingungen des Lavaterschen Projekts bis zu seinen visuellen Materialien (Porträt, Silhouette, Druckgraphik), über die Natur der Wahrheit, die sie zu offenbaren beansprucht, bis hin zu ihren Erweiterungen auf andere Gegenstände (Gewächse, Gebirge, Rassentheorien). Ziel ist es, anhand von vier komplementären Themenschwerpunkten den Stand des Wissens über die Lesbarkeit des menschlichen Körpers in Europa während dieser Umbruchszeit zu kartieren.
EINREICHUNGSMODALITÄTEN
Bitte senden Sie bis zum 30. September 2026 ein Abstract (300–500 Wörter) sowie eine Kurzbiographie (max. 100 Wörter) an fend@kunst.uni-frankfurt.de und lena.pican@ehess.fr.
Tagungssprachen: Deutsch und Französisch; Englisch ist bei Bedarf möglich.