Raum 411, IG Farben-Gebäude, Campus Westend, Goethe Universität
Nach dem Historiker Carlo Ginzburg (2019) und der Schriftstellerin Francesca Melandri (2023) hält in diesem Jahr eine Politikwissenschaftlerin die Frankfurter Ginzburg-Lecture. Auf Einladung des Italienforums der Goethe-Universität spricht Prof. Patrizia Nanz, Präsidentin des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz,
am Montag, 16. November, um 18:30 Uhr
in Raum 411 im IG Farben-Gebäude (Campus Westend)
zum Thema „Mehr als Wissenschaft. Die Universität als gesellschaftliche Orientierungsinstanz“. Darin geht es um die aktuelle Lage der Universitäten in Europa. Der Vortrag findet in deutscher Sprache statt. Die Veranstaltung beruht auf einer Kooperation mit dem IFRA-SHS.
Patrizia Nanz ist Politikwissenschaftlerin und Expertin für Demokratie, beteiligende Verwaltung und Nachhaltigkeit. Seit März 2024 ist sie Präsidentin des Europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Sie ist Mitgründerin der Wiki-Plattform Participedia, einer Datenbank für demokratische Innovationen weltweit.Ihre thematischen Schwerpunkte sind das politische Projekt Europa, die gesellschaftliche Rolle und Verantwortung von Wissenschaft, die Weiterentwicklung der Demokratie, die Erneuerung des Staates und der Verwaltung sowie Bürgerbeteiligung, insbesondere bei Themen wie Klimawandel, Biotechnologie, Energiewende und Endlagersuche.
Das Europäische Hochschulinstitut (European University Institute, EUI, deutsch: EHI) ist eine internationale Lehr- und Forschungseinrichtung für Postgraduierte und Postdoktoranden. Gegründet wurde es von den Mitgliedsstaaten der EU als unabhängige Einrichtung der Europäischen Union, um zur kulturellen und wissenschaftlichen Entwicklung in den Wirtschafts-, Geschichts-, Rechts-, Politik- und Sozialwissenschaften in einer europäischen Perspektive beizutragen.
Die Ginzburg-Lecture am Italienforum der Goethe-Universität erinnert an den in diesem Jahr verstorbenen italienischen Historiker und Kulturwissenschaftler Carlo Ginzburg, der zu den Hauptvertretern des Konzepts der Mikrogeschichte gehört.
Diese deutsch-französische Tagung schlägt vor, die Geschichte der Physiognomik zwischen 1750 und 1850 neu zu untersuchen, ausgehend von Johann Caspar Lavaters Physiognomischen Fragmenten (1775–1778), zurückgehend bis zu ihren französischen Vorläufern und ihre vielfältigen Aneignungen im Verlauf des 19. Jahrhunderts verfolgend. Es geht darum, die Physiognomik nicht als historisch homogenen Gegenstand zu befragen, sondern als eine Technik des Blicks, die je nach disziplinärem, nationalem und politischem Kontext unterschiedlich eingesetzt wird — von den Entstehungsbedingungen des Lavaterschen Projekts bis zu seinen visuellen Materialien (Porträt, Silhouette, Druckgraphik), über die Natur der Wahrheit, die sie zu offenbaren beansprucht, bis hin zu ihren Erweiterungen auf andere Gegenstände (Gewächse, Gebirge, Rassentheorien). Ziel ist es, anhand von vier komplementären Themenschwerpunkten den Stand des Wissens über die Lesbarkeit des menschlichen Körpers in Europa während dieser Umbruchszeit zu kartieren.
Datum: Freitag, 27. November 2026, 9–16:30 Uhr Ort: Raum IG 1.418, IG-Farben-Haus, Campus Westend, Goethe-Universität Frankfurt Sprachen: Deutsch und Französisch (ein Vortrag auf Englisch) Organisation: Léna Pican und Mechthild Fend Mit Unterstützung des Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales (IFRA) Eintritt frei